Hindernisse in der Meditation und wie du sie überwindest

Hindernisse in der Meditation und wie du sie überwindest

 

Vielleicht kennst Du das auch: Du weißt, Meditation tut dir gut und du möchtest gerne eine regelmäßige Praxis etablieren, doch da gibt es immer wieder diese Hindernisse, die aufkommen? Die kennen wir nur zu gut;) Deswegen haben wir in diesem Blogartikel vier Hindernisse zusammengefasst und geben dir Hilfen mit auf den Weg, wie du diese Hindernisse aus dem Weg räumen kannst. Hör dir gerne auch dazu unsere Podcastfolge Nr. 3 an, denn Florian verrät hier seinen wichtigsten aller Tipps für eine regelmäßige und erfüllte Meditationspraxis.:

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Die möglichen Hindernisse in deiner Meditationspraxis sind wahrscheinlich diese:

– Ich habe keine Zeit

– Ich kann das nicht

– Es ist mir zu esoterisch

– Ich habe Angst vor der Stille und den aufkommenden Emotionen

 

Im Folgenden zeigen wir dir, dass diese Hindernisse in Wirklichkeit keine echten Hindernisse sind, wenn du sie in einem neuen Licht siehst:

 

Hindernis Nr.1:

Ich habe keine Zeit!

Das ist definitiv das größte Hindernis und gleichzeitig einer der größten Irrtümer über Meditation. Sätze wie: „Ich würde ja gerne mit Meditation anfangen, aber ich hab keine Zeit.“ „Ich weiß ja, es tut mir gut, aber ich habe einfach keine Zeit zu meditieren!“. Und wenn man dann doch mal ein paar Minütchen gefunden hat und sich hinsetzen könnte, geht das Geplapper im Kopf los: „Hast Du jetzt WIRKLICH gerade Zeit?“ „Musst Du nicht noch die Küche aufräumen?“ „Wolltest Du nicht noch die wichtige Mail rausschicken?“ Der Verstand sucht sich immer neue Ausreden. Die beste ist: „Ich habe keine Zeit zu meditieren, ich bin viel zu beschäftigt!“

Wie viel Zeit brauchst Du wirklich? 10 Minuten.

Du hast richtig gelesen. Wir reden hier nicht von einer Stunde Meditation täglich. Auch nicht von 40 Minuten. Auch nicht von 20 (obwohl das von vielen Traditionen als ideal angesehen wird, und das ist auch eine gute Zeitspanne). Nein, wir reden hier für den Anfang von 10 Minuten.

Ich weiß, wir alle sind viel beschäftigt. Wir haben volle Terminkalender, und wenn der Job rum ist, sind die Kinder dran. Und wenn die endlich im Bett sind, fängt für viele noch mal mindestens ein Stündchen Job an. Das ist ein typischer Ablauf meines Alltags. Und glaub mir: Gerade wenn du so einen Alltag hast, dann wird deine Meditation gewaltig helfen, um in deiner Kraft zu bleiben. Oder wieder reinzukommen. Oder um es mit einem uralten Sprichwort zu sagen: „Wenn du keine Zeit für 20 Minuten Meditation hast, dann bedeutet das, dass Du 2 Stunden meditieren solltest!“

Und jetzt mal bitte Hand aufs Herz. 10 Minuten täglich. Wie umsetzbar klingt das für Dich? Könntest Du das nicht vielleicht einfach doch einrichten, wenn es dir wirklich wichtig wäre?

Wir behaupten (Und die wissenschaftliche Forschung zum Thema ebenso): Es sind die wichtigsten 10 Minuten deines Tages.

10 Minuten lassen sich problemlos irgendwo anders einsparen. Zum Beispiel bei der Arbeit. Wie oft hängst Du noch eine Viertelstunde, eine halbe Stunde hinten dran, weil Du vielleicht in wichtigen Teilen des Tages ineffektiv warst?

 

Die Wahrheit ist: Meditation kostet keine Zeit, sie schenkt dir sogar welche.

 

Du wirst schnell feststellen, dass Du durch Meditation viel effektiver arbeiten kannst. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: wenn du täglich 10 (bis 20) Minuten meditierst, sparst du locker 40 Minuten Arbeitszeit, denn du wirst sehr viel effektiver. Ein „return on invest“, der sich lohnt, oder?

 

Unser Tipp:

Nimm Dir von jetzt für die nächsten 5 Tage jeden Tag 10 Minuten Zeit für Deine Meditation. Mache Deine Kopf-Hygiene durch Meditation zur Chefsache. Lass es so selbstverständlich werden wie das Zähneputzen. Stelle Dir vor, Du putzt Dir eine Woche nicht die Zähne! Das kommt sicher nicht in Frage. Aber Deinem Geist geht es ähnlich wie Deinen Zähnen, wenn sie nicht geputzt werden: Er ist schutzlos den ganzen Stoffen und Reizen ausgesetzt, die ungefiltert reinkommen, die an ihm nagen, ihn angreifen, sich wie ein dicker Pelz über ihn legen, ihn lahm und krank machen.

Meditation ist die Zahnbürste für den Geist. Sie putzt alle Ablagerungen weg, (auch in den Zwischenräumen), macht blank, stärkt für den nächsten Einsatz. Der Schritt ist eigentlich ganz einfach: Von der Dentalhygiene zur Mentalhygiene.

 

Setze dich hin und gehe in die Stille.

Du denkst, Du kannst das nicht? Schon sind wir bei Hindernis Nr. 2:

 

 

Irrtum Nr. 2: Ich kann das nicht.

 

„Ich hab das mal gemacht, vor ein paar Jahren, da war ich in nem Kurs, ich hab es einfach nicht geschafft, abzuschalten, das war furchtbar, das war gar nichts für mich!“ „Ich hab ja versucht, mich zu Hause hinzusetzen und zur Ruhe zu kommen, aber es klappt einfach nicht!“

Ja, auch das kennen wir.

Keine Angst, das ist genau das, was eintritt, wenn Du die ersten Male meditierst. Du kommst wahrscheinlich NICHT zur Ruhe. Oft ist das Gegenteil der Fall. Wir bekommen zum ersten Mal wirklich mit, was in unserem Kopf alles so abgeht. Und da ist ne ganze Menge los. Viel Lärm – um nichts. Gedanken über Gedanken, und wieder Gedanken. Und immer dieselben. Wir denken jeden Tag zu 90 % das, was wir schon mal gedacht haben. Wir sind die zweibeinigen Wiederkäuer der Evolution. Stell Dir jetzt mal vor, wie schön es ist, einen Moment dieses meist nutzloses Geplapper im Kopf zur Ruhe kommen zu lassen.

Es ist vollkommen normal, dass es am Anfang etwas mühsam ist. „Nicht klappen“ gibt es nicht in der Meditation. Denn es gibt eigentlich kein anderes Ziel, als sich hinzusetzen und es einfach zu tun. Das heißt: keine Erleuchtung, ich muss Dich enttäuschen. Dein Ziel ist es, es einfach zu tun, nicht mehr und nicht weniger. Just do it. Der Rest wird folgen, und er wird gewaltig sein.

Also, kannst Du das? Dich hinsetzen und es einfach „tun“. Denn dann kannst du auch meditieren. So einfach ist das. Das Geheimnis hinter der Meditation ist das: jeder kann es, denn es geht in der Meditation im ersten Schritt überhaupt nicht darum, keine Gedanken mehr zu haben. Es geht in erster Linie darum, anders mit Deinen Gedanken umzugehen, Dir Deiner Gedanken bewusst zu werden, Dich nicht mehr so von belastenden Gedanken herunterziehen zu lassen und die Abstände zwischen den Gedanken nach und nach größer werden zu lassen. Und das fühlt sich mit ein bisschen Übung tatsächlich so an, als hätte man (fast) keine Gedanken mehr. Aber sie werden da sein, vor allem am Anfang. Das ist ganz normal. Unser Gehirn  ist eine Problemlösemaschine, die Dich auch in der Mediation nicht im Stich lassen wird. Sie wird Probleme erfinden, wenn da gerade keine sind. Das nächste Meeting, die hässliche Auseinandersetzung. Sind alle nicht wirklich da in dem Moment (denn Du sitzt ja auf deinem Kissen und bist nicht im Konferenzraum!), das Gehirn spielt sie trotzdem ein. Und Du kannst es runterfahren. Du dimmst Dein ewig plapperndes Radio, dein fürchterlich nervendes Radio im Kopf runter und tauchst aus dem Lärm der Welt in die wohltuende Stille in dir. Wie gefällt dir die Vorstellung?

 

Alles, was du brauchst, ist die richtige Technik – und mit richtig meinen wir eine, die für dich funktioniert. Finde ein Objekt der Konzentration: der Atem, ein Mantra, ein Bild und kehre immer wieder zu diesem Objekt zurück. Hör dir gerne unseren Podcast dazu an und probiere dort gleich eine Technik aus oder komm in unsere CommUnity, in der du kostenlos Meditationen ausprobieren kannst.

 

Habe Vertrauen in deinen Weg. Es ist ein Weg, ein Training. Ebenso wie Du deine Muskeln trainieren kannst, kannst du deinen Geist trainieren. Und denke doch mal dran, wie lange du für einen Sixpack brauchst. Meditation ist eine Lebensaufgabe. Und doch wirst Du so schnell die wohl tuenden Effekte spüren, dass Du nicht mehr aufhören willst. Der geistige Sixpack ist um ein Vielfaches cooler.

 

Und schon sind wir bei Hindernis Nr. 3: Ich glaube, Meditation ist mir zu esoterisch.

 

Hindernis Nr. 3: Es ist mir zu esoterisch

 

Was bedeutet das überhaupt, esoterisch?

Die eigentliche Wortbedeutung ist: eso terra, in einem Kreis, der innere Kreis. Esoterik ist das, was nur ein innerer Kreis von Menschen kann und weiß. Eigentlich kann man das erst mal als Qualitätsmerkmal sehen. Andererseits ist Meditation genau das nicht mehr: nur für einen kleinen Kreis von Menschen zugänglich. Das war sicher die längste Zeit der Menschheitsgeschichte so. In den alten Schriften wimmelt es von Geschichten über Meditationsanwärter, die alles aufgeben mussten, weit reisen und in die Einsamkeit ziehen, um ihren Guru zu finden (der sie dann im Zweifel erst mal wieder weg geschickt hat oder dem sie erst mal ein Jahr lang die Wäsche waschen mussten). Heute ist Meditation nicht mehr elitär. Sie ist für jeden Menschen zugänglich und muss auch nicht mehr religiös oder dogmatisch aufgeladen sein, sondern kann frei von alldem praktiziert werden. Meditation ist auch nichts mehr, was irgendwie unklar und nebulös bleibt, sondern mittlerweile tief durchforscht und wissenschaftlich beleuchtet ist, es wird also erklärbar und nachweisbar. Man kann also sagen, dass Meditation tief in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, ganz unesoterisch.

 

Hindernis Nr. 4

Ich habe Angst vor der Stille und den aufkommenden Gefühlen

Eine durchaus berechtigte Angst, denn wenn wir in die Stille gehen, ist da Platz für alles Mögliche, was hoch kommen will. Und genau darum geht es in der Meditation. Buddha lehrte Meditation als Weg, das Leiden in Form von Gedanken und Gefühlen  anzuschauen und eben NICHT die Augen davor zu verschließen. Es geht darum, das, was da ist, einfach nur zu beobachten, und zwar aus einer neutralen und wertfreien Perspektive. Tich Nhat Hanh bezeichnet das als: durch den Sturm hindurchgehen. Das bedeutet, wir schauen Gedanken und Gefühle an, vor denen wir vielleicht ein Leben lang Angst hatten. Die Magie dabei ist, dass sich der Sturm irgendwann legen wird und dahinter ein Frieden kommt, der vorher einfach nicht da war – allein durch das neutrale Beobachten dessen, was ist. Gefühle oder Emotionen anzuschauen, statt sie zu unterdrücken oder voll in die einzusteigen. Das bedarf natürlich Übung, bringt aber letztendlich die Befreiung.

Ausnahme: bei tief liegenden Traumata sollte Meditation in therapeutischer Begleitung geübt werden.

Wir wünschen dir von Herzen eine erfüllte und regelmäßige Meditationspraxis für mehr Glück, Erfüllung, Gesundheit und Gelassenheit in deinem Leben!

Wenn du tiefer einsteigen möchtest, hör dir bitte unseren Podcast dazu an:

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Hier kommst du zu unserem Buch “Sixpack im Kopf”:

Hier kommst du zu unserem 8-Wochen-Meditationskurs online oder auf CD

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