Achtsamkeit im Arbeitsalltag – Warum bewusstes Innehalten uns gesünder, gelassener und glücklicher macht.

Achtsamkeit im Arbeitsalltag – Warum bewusstes Innehalten uns gesünder, gelassener und glücklicher macht.

Gestatte mir eine Frage: Mit wem hast du heute morgen unter der Dusche gestanden? Mit deinem Chef? Deinem Kollegen? Gar mit dem ganzen Team? Oder warst du ganz „da“, also wirklich unter der Dusche, hast du die einzelnen Tropfen auf deiner Haut gespürt, den Duft des Duschgels gerochen, das weiche Handtuch genossen?

Der menschliche Geist springt von Gedanke zu Gedanke – wie ein aufgeschreckter Affe, der von Ast zu Ast springt

Oft sind wir, wenn wir in den Tag starten, in Gedanken längst am Arbeitsplatz. Wir führen die ersten Gespräche, wälzen Probleme, gehen die To-do-Liste durch  – obwohl wir noch unter der Dusche stehen. Wir sind auf Autopilot, statt ganz bewusst im Hier und Jetzt. Und im Büro läuft es dann ähnlich: Beim Bearbeiten des einen Projektes sitzt schon das nächste im Nacken. Beim ersten Meeting wird gedanklich schon am zweiten gefeilt. Beim Beantworten der Mail klingelt das Telefon, beim Telefonieren steht plötzlich der Kollege neben uns. Alles ist dringend. In der wohl verdienten Kaffeepause wird der Fachartikel gelesen, statt… ja, statt: den Kaffee zu genießen.

Unruhe im Geist kostet Energie

Für das Gehirn ist das Höchstleistung. Wenn wir in Gedanken ununterbrochen ein bis drei Schritte voraus sind, erzeugt das Stress. Bitte nicht falsch verstehen: Vorausdenken, Planen, Abwägen, Reflektieren, Vergleichen sind selbstverständlich wichtige Kompetenzen im Arbeitsalltag. Doch wenn wir das nicht mehr bewusst abstellen können, ständig im inneren Multitasking-Zustand sind und die Gedanken unaufhörlich kreisen, ist das Gehirn und damit auch unser Körper dauerhaft im Alarmzustand. Tagaus, tagein vergeuden wir so wichtige Energie und gefährden auf lange Sicht unsere Gesundheit – und unser Glück.

Bewusstes Innehalten – ganz einfach zur gesunden Balance zurück

Achtsamkeit macht genau das Gegenteil: Sobald wir achtsam, also ganz im Hier und Jetzt sind, verschaffen wir unserem Gehirn eine effektive Pause. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf das, was jetzt gerade ist: auf den Geschmack des Kaffees, auf unseren Atem, auf den Baum vor dem Bürofenster. Das Gehirn kommt aus dem Multitasking-Modus heraus in einen entspannten Zustand und sendet genau das als Signal an den Körper: Entspannung. Für einen kurzen Moment stellt sich das Gefühl von innerer Ruhe ein, von Frische und Leichtigkeit. Wir tanken auf, um dann mit neuer Energie und frischen Ideen weiter zu machen. Schon wenige Momente der Achtsamkeit – gleichmäßig über den Tag verteilt – senken den empfundenen und den messbaren Stress, erhöhen die Lebensqualität, machen zufriedener im Beruf und können sogar Stresserkrankungen oder einem Burnout vorbeugen.

Achtsamkeit im Arbeitsalltag – win-win für alle

In Zeiten der  steigenden Arbeitsverdichtung, der ständigen Unterbrechungen des Arbeitsablaufes, der Digitalisierung und der permanenten Erreichbarkeit erkennen immer mehr Unternehmen, dass Techniken der Achtsamkeit wie auch der Meditation längst keinen esoterischen Beigeschmack mehr haben, sondern ein wertvolles Werkzeug sind in einem  Arbeitsalltag voller Herausforderungen. Tausende wissenschaftliche Studien belegen, dass Achtsamkeit ein extrem wirkungsvolles Tool zur Stressbewältigung ist, das nicht nur gelassener und gesünder, sondern auch glücklicher machen kann. Und gelassene und glückliche Mitarbeiter, die aus ihrer Mitte heraus agieren, sind nun mal die besten Mitarbeiter.

Am Arbeitsplatz kann Achtsamkeit dazu beitragen, ohne Aufwand den Tag in einer besseren Balance von Anspannung und Entspannung zu gestalten, die eigenen Warnsignale besser wahrzunehmen und bei Überbelastung rechtzeitig die Bremse zu treten, anstatt krank zu werden oder auszubrennen.

Achtsamkeit kann ebenso helfen, stressige Situationen souveräner zu meistern. Ein achtsamer Umgang unter Kollegen fördert den gegenseitigen Respekt und die Wertschätzung, verbessert die Kommunikation und kann dazu beitragen, dass ein Team besser zusammen findet und schneller zu Ergebnissen kommt.

Probier es aus

Mach doch gleich einmal ein kleines Experiment: Dem nächsten Kollegen, der dich anspricht, hörst du achtsam zu. Schau ihn mit einem Lächeln an. Richte deinen ganzen Körper wie eine Antenne auf ihn aus und unterbrich ihn nicht. Sei gespannt auf die Reaktion. Ach, und wenn du magst: Versuch doch morgen früh mal, ganz alleine zu duschen. Nur mit den Wassertropfen, dem Duschgel und dem Handtuch.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.