Starke Frauen
Starke Frauen in der nordischen Mythologie: Göttinnen, Kriegerinnen und MagierinnenHier kommt die...
Ein neuer Weg: Annas Reise durch die Depression.
Anna Stechert machte nach ihrer Depression die Yogatherapie-Ausbildung bei Unity Training und unterrichtet nun Yoga für Menschen mit Depressionen, traumsensibles Yoga und Yoga für Menschen mit Krebserkrankungen. Im Interview erzählt sie Florian von ihren Erfahrungen mit Yoga bei Depressionen.
Zunächst mal ist ihr dabei wichtig, dass das Thema Depression ohne Scham thematisiert wird. Denn sie selbst hat erlebt, dass das Thema im Arbeitskontext verschwiegen wird, indem etwa anstatt „Depression“ „Rückenschmerzen“ als Grund für die Krankschreibung angegeben werden.
Annas persönliche Geschichte
Zunächst einmal unterscheidet Anna zwischen depressiven Phasen aufgrund eines äußeren Anlasses und einer echten Depression. Im Jahr 2012 bekam Anna Depressionen. Diese entstanden sowohl durch eine genetische Veranlagung als auch durch ihren Job als Entwicklungshelferin bei UNICEF, wo sie für die Krisengebiete zuständig war. Dort erlebte sie viele Dinge, die sie nicht richtig verarbeiten konnte. Sie ging zu einem Psychiater und Psychotherapeuten, der ihr auch Medikamente gegen Depressionen verschrieb. Zwischenzeitlich ging es ihr also besser, bis 2017 eine weitere schwere Episode der Depressionen folgte. Sie funktionierte am Arbeitsplatz nur noch, war nur noch für die Arbeit und ihr Kind da. Die Ehe sowie soziale Kontakte litten sehr, sie ging kaum noch aus dem Haus und die Ängste vor der Zukunft wurden größer. In dieser Zeit kamen die ersten Suizidgedanken. Anna war dann wieder in Therapie und nahm erneut Medikamente ein.
Die Entdeckung des Yoga
Anna beschreibt die Entdeckung des Yoga für ihre Situation als noch „viel wichtiger“ als die Psychotherapie. „Ich wusste von innen heraus, ich muss Yoga machen und ich möchte Yoga machen!“ Zunächst machte sie Yoga mit Yogavideos und erlebte durch das Yoga eine „absolute Entschleunigung“. Es war eine „Pause von allem“ und auf der Matte ging es ihr einfach nur gut. Es war ein „bewusstes Aussteigen aus dem Hamsterrad“. Diese Momente ohne Druck und Leistung erlebte sie als „Befreiung und Erleichterung“. Sie entdeckte, dass sie sich durch Yoga zum ersten Mal in ihrem Leben „richtig kennenlernen“ konnte. Sie entdeckte eine „ganz neue Verbindung“ zu ihrem Körper und lernte ihren Körper zu lieben, „einfach für das Wunder, das er ist“ . Sie begann zu fühlen, was ihr guttut und was nicht. Sie begann zum ersten Mal für sich selbst und nicht für andere zu leben.
Anna möchte nicht von Heilung sprechen, aber sie hat sich durch Yoga so gut kennengelernt, dass sie jetzt die ersten Anzeichen „sofort“ erkennen und dementsprechend rechtzeitig reagieren kann. Was macht sie dann? Sie sagt Termine ab, macht Yoga, meditiert, geht an die frische Luft, liest ein Buch, ruft jemanden an und „quatscht einfach“. Sie übt Dankbarkeit, nimmt sich viel Zeit für sich und macht sich bewusst, „wie schön mein Leben ist“. Sie fordert sich die Zeit nur für sich ein, um irgendwelche Dinge zu tun, die ihr guttun. Sie lernte, Entscheidungen für sich selbst und nicht für andere zu treffen „und genau das fühlt sich einfach richtig an“.
Anna lernte außerdem, sich von der Macht ihrer Gedanken zu befreien, indem sie erkannte, dass sie nicht identisch mit ihren Gedanken ist, sondern dass Gedanken etwas sind, „was ich habe“.
Sie lebt jetzt nicht mehr im Autopiloten, funktioniert nicht mehr einfach nur, sondern nimmt Dinge um sich herum bewusst wahr. Das bezeichnet sie als Yoga. Ihre Entdeckung ist: „Alles, was wir brauchen, um glücklich zu sein, haben wir in uns drinnen.“
Ein neues Kapitel: Annas Mission, anderen zu helfen
Mittlerweile unterrichtet Anna Yoga für Menschen mit Depressionen, traumsensibles Yoga und Yoga für Menschen mit Krebserkrankungen.
Studie bestätigt die Wirkung von Yoga auf Depressionen
In einer Studie wurde die Wirkung von Yoga auf Depressionen bestätigt. Dabei haben sich viele positive Zusammenhänge ergeben.
Die ganze Studie mit allen Ergebnissen findest du hier
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