Yoga – Heilung für das Herz? Ein Gespräch mit dem Kardiologen Dr. med. Christoph Blank

Yoga – Heilung für das Herz?

Ein Gespräch mit dem Kardiologen Dr. med. Christoph Blank

 

 

 

„Als komplementäre Methode zur medikamentösen Therapie und auch zur Unterstützung der Lebensstilveränderung ist Yoga eine gute Methode für die, die einen guten Zugang dazu haben.“

 

„Yoga und Meditation führen dazu, dass wir Kontakt bekommen mit einer unwillkürlichen Intelligenz in uns, die gesundes Leben propagiert, mit dem Gesundheitsminister, der fällt dann Entscheidungen, die heilsam sind.“

 

 

Dr. med. Christoph Blank ist Kardiologe, jedoch auch Ausdauersportler auf dem Rennrad, für den Meditation ein Raum und eine Zeit der Regeneration ist. Er ist im Team für die Yogalehrerausbildung von Unity Training und hat den Online-Yogakurs getestet.

 

 

Florian: Warum ist Yoga für Herz- und Bluthochdruckpatienten geeignet?

 

Dr. Christoph Blank: Yoga ist für Herzpatienten, die es mit Angst und Stress zu tun haben, und für stressgeplagte Menschen ein geeignetes Mittel auf dem Weg der Genesung.

Es hat viel mit Selbstfürsorge zu tun, ein Hauptaugenmerk für Yoga.  Yogapraktizierende Herzpatienten fühlen sich entspannt und sind stolz, etwas für sich getan zu haben.

Studien, die den blutdrucksenkenden Effekt untersucht haben, zeigen, dass bei der Yoga-praktizierenden Gruppe der Blutdruck sinkt. Was wirkt da wirklich? Wissenschaftlich ist es noch unklar, ob es die Asanas sind, das Pranayama oder etwas, das mit den Probanden zu tun hat. Bewiesen ist, dass Pranayama kurzfristig auf den systolischen Blutdruck wirkt.

Was Studien eindeutig zeigen, ist der Benefit für Yogapraktizierende. Yoga wirkt eindeutig positiv als komplementäre Methode zur medikamentösen Therapie und zur Unterstützung der Lebensstilveränderung. Es ist behilflich, einen guten Zugang zu sich selbst zu entwickeln und hat Auswirkungen, die weit über die Matte hinaus gehen bzgl. Fragen, wie „Wie gehe ich im Arbeitsalltag mit mir und den Leuten um, mit meiner Ernährung, mit meinem Stresslevel?“. Es hat viel damit zu tun, was für ein Gefühl die Menschen für sich selbst entwickeln, und das hat positive Auswirkungen.

Herzpatienten nach einer OP haben oft ein hohes Stresslevel. Sie haben Angst und manche werden depressiv. Hier können Yoga und Meditation gute Auswirkungen haben.

 

Florian: Welche Rolle spielt der Stress und der Lifestyle bei der Erkrankung?

 

Dr. Christoph Blank: Viele der Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Gefäßveränderungen sind lebensstilbedingt, jedoch gibt es auch die genetische Komponente. Der Anteil der Faktoren, die wir beeinflussen können, ist hoch. Da setzt die Yogapraxis an.

 

Durch Lebensstilmodifikation in den Bereichen Stress, Entspannung, Bewegung, Ernährung, Positivität können wir chronische Krankheiten zu einem hohen Anteil heilen bzw. positiv beeinflussen. Auch Menschen mit erblichen Faktoren kann geholfen werden. Da ist Yoga ein Mittel.

Bei älteren Menschen geht es nicht so sehr um die Prognose, sondern um Lebensqualität. Da gibt es immer Möglichkeiten auch mit Hilfe von Yoga.

 

Florian: Welche Rolle spielt die Ernährung?

 

Dr. Christoph Blank: Wenn man sich die Fleischesser ansieht, die vergleicht mit den Vegetariern und Veganern, da sieht man, dass die Häufigkeit der Hypertoniker mit dem Verzicht auf tierische Produkte fällt. Die Lebensstilmodifikation ist eine schwierige Angelegenheit. Kopfgesteuert kann man da ansetzen, Methoden wie Yoga und Meditation führen dazu, ein Gefühl für sich zu entwickeln. Das kann die Basis für eine Ernährungsumstellung sein. Die Auswirkungen spürt man besser, je mehr man sich mit sich selbst beschäftigt.

 

Den Patienten empfehle ich: Essen Sie Pflanzen. Fragen Sie sich bei jedem Teller was ist vom Tier, was kann ich weglassen? Und wenn’s gar nicht anders geht, einmal die Woche, Kalorienbomben, was das Zeug hält, fürs Gemüt.

 

Florian: Können Yoga und Meditation heilen oder wirken sie eher präventiv?

 

Dr. Christoph Blank: Symptomatische Beeinflussung gibt es. Heilen ist fraglich.

Bei Patienten mit Rhythmusstörungen, bei Vorhofflimmern phasenweise senkt sich die Häufigkeit der Episoden mit Hilfe von meditativen Praktiken.

Bei Patienten mit Vorhofflimmern führen meditativ orientierte Praktiken und Yoga zu einer Symptomlinderung. Das gilt auch für stressbedingte Herzerkrankungen.

 

Florian: Können Patienten mit Bluthochdruck schrittweise Medikamente weglassen?

Dr. Christoph Blank: Ja, wenn der Lebensstil verändert wird. Die reinen Hypotoniker – ja absolut! Entscheidender Hebel ist die Selbststeuerung, die uns wieder mit der Instanz in uns in Verbindung bringt, die gesundes Leben propagiert.

 

Yoga und Ausdauersport ist für das kardiovaskuläre System eine gute Kombination. 2-3x die Woche ist schon gut! Jede Stunde bringt etwas!

Es gibt auch das gefühlte Herz, der Sitz der Gefühle. Verbundenheit mit der Welt, Liebe und Freundlichkeit ist in der Aktivität des vegetativen Nervensystems widerspiegelt. Mit der Messtechnik kann man das auch wissenschaftlich belegen. Man kann es so sehen. Das Gehirn bekommt sehr viel Information aus dem Herz.

Hier kommst du zum Original-Interview in unserem Podcast:







Heilung für das Herz | Unity Training – der Podcast

Heilung für das Herz | Unity Training – der Podcast


Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.