Ein neues Leben – Durch Meditation, Achtsamkeit und Yoga aus dem Burnout

Ein Interview mit unserem Freund und Mitarbeiter Jörg.

Jörg lacht, wenn er über sein Leben spricht. „Ich bin ein glücklicher Mensch.“ Die Sonne brütet auf seinem glattrasierten Kopf. Er sitzt auf der Terrasse eines Yoga-Seminarhauses, schließt die Augen und ist vollkommen entspannt und genießt– das Leben, die Sonne, den Wind. Er hat Spaß an seinem Leben. Das war nicht immer so. Wenn er anfängt über seine Vergangenheit zu reden, dann wird er plötzlich ernst: „Wenn Stress aufkommt und es gibt keine Möglichkeit ihm zu entziehen, passiert es ganz schnell, dass der ganze Biorhythmus aus den Fugen gerät. Dann ist der Weg in die Depression nicht mehr weit oder dann hat sie eigentlich schon angefangen.“

Jörg ist Vertriebsmanager. Ehemals arbeitete er in einem internationalen Telekommunikationsunternehmen. Er hat ein Burnout hinter sich.

Burnout ist eine sehr gefährliche Sache. Ein Absturz ins Nichts, den man niemandem wünscht. Das merkt man schnell, wenn man mit Jörg spricht. Er hat alles, was dazu gehört, erlebt. Er wachte viele Wochen voller Angst und Unruhe mitten in der Nacht auf, unfähig zu arbeiten, ratlos und hilflos. Er ließ sich zum Glück von seinem Arzt und seiner Familie überreden, in eine psychosomatische Klinik zu gehen. Fünf Monate war er krankgeschrieben.

Der Beginn einer solchen Zusammenbruchs kommt oft schleichend, vermeintlich harmlos und in stetiger, langsamer Steigerung. Anzeichen dafür sind oft ausreichend vorhanden, werden aber zumeist nicht als wirkliche Gefahr bewertet.

„Sobald man den Arbeitstag nicht mehr vom Privatleben trennen kann und man alle Herausforderungen und Probleme, die einen tagsüber beschäftigt haben, mit nach Hause trägt und sie nicht vergessen kann, dann ist das schon der erste Schritt, der in eine solche Phase führt“, sagt Jörg. Das ganze Leben wird zur Arbeit, der Stress zum Dauerzustand. „Von Glücklichsein ist dann keine Rede mehr. Das ist nur noch Pflichterfüllung. Ich wollte und konnte nicht mehr arbeiten, war mit nichts mehr zu begeistern. Das Leben hat keinen Spaß mehr gemacht.“

Als Hauptgrund für den Stress in seinem Job nennt Jörg aus der Erinnerung heraus den „Druck, bestimmte Umsätze im Monat, Quartal oder Jahr machen zu müssen. Darunter leiden die meisten, daran verzweifeln viele.“

Und spätestens wenn die Zahl, die du erreichen musst, „dich verfolgt und dich nicht schlafen lässt, spätestens dann ist es Zeit, nachzudenken, ob das denn die richtige Arbeit ist.“ Er empfiehlt Menschen, die in einer solchen beruflichen Situation sind, „sich konsequent und zu festen Zeiten ein paar Stunden vor oder nach der festen Arbeitszeit mit anderen Dingen zu beschäftigen.“

Jetzt arbeitet Jörg zwar immer noch immer im Vertrieb, aber selbstständig als Freelancer und für mehrere Auftraggeber und mit wesentlich weniger Arbeitszeit und mehr Freiheit: Ich arbeite immer noch ergebnisorientiert und erfolgsorientiert, aber nicht mehr mit dem Druck, bestimmte Umsätze machen zu müssen.“

In der Klinik kam er neben anderen Therapieformen auch mit Yoga und Meditation in Kontakt. Dinge, die er zuvor immer belächelt hat. Noch vor anderthalb Jahren hielt er alles in dieser Richtung für „esoterisch“: „Da wollte ich gar nichts von wissen. Das war mir völlig fremd. Für mich zählten andere Dinge, vor allem das Leistungsprinzip. Und alles andere war für mich uninteressant. Ich bin auch davon ausgegangen, dass mir diese Dinge nicht helfen werden.“ Aber in der Klinik gehörte es zum Standardprogramm: „Ich hatte das Glück, dass ich dazu sanft gezwungen wurde. Ich merkte schon bei den ersten Stunden, dass mir das weiterhelfen könnte. Jede halbe Stunde Meditation und jede Atemübung bereiteten mir Freude.“

Meditation als Therapie

Vor allem in den USA, aber auch in Europa werden sanfte solche sanften Therapiemethoden immer beliebter. Amerikanische Gesundheitsinstitute finanzieren seit Jahren Studien, in denen Achtsamkeit- und Meditationstechniken untersucht werden, um deren therapeutische Wirkung gegen Stress, Suchtverhalten, Depression oder andere Ängste zu erforschen.

Bereits in den 70er Jahren entwickelte der damalige Student der Molekularbiologie Jon Kabat-Zinn, von buddhistischen Methoden inspiriert, eine Meditationspraxis, die auch für Westler leicht zu lernen und zu üben war. Er wählte die für ihn wichtigsten Gedanken aus den buddhistischen Lehren aus und schuf eine neue, zeitgemäße, leicht verständliche Formulierung buddhistischer Praktiken. In Studien an der Universität von Massachusetts konnte er aufzeigen, dass Menschen, die an chronischen Schmerzen leiden, nach acht wöchentlichen Meditationskursen á zwei Stunden ihre Schmerzen besser reduzieren konnten als Menschen mit vergleichbaren Schmerzen, die diese Praktiken nicht ausübten.

Über die medizinische Wirkung der Meditation wurde in den letzten Jahren viel Forschungsarbeit geleistet. Der Amerikanische Psychologe Richard Davidson fand gemeinsam mit Jon Kabat-Zinn heraus, dass Meditation zu einer Vermehrung der Antikörper im Körper führt und somit das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte des Körpers stärkt.

2005 konnte an der Universität Würzburg nachgewiesen werden, dass Meditation erhöhten Blutdruck senken kann. Hierzu ließen die Forscher die Hälfte einer Gruppe von Menschen mit stressbedingtem mittelschweren Bluthochdruck zweimal pro Tag jeweils 40 Minuten lang eine kontemplative Meditation in Kombination mit Atemtechniken praktizieren. Nach acht Wochen Training war der Blutdruck der Meditierer so stark gesunken, “wie man es sonst nur mit Medikamenten hinbekommt”, sagte Wolfram Voelker, der Forschungsleiter. Der Blutdruck der Kontrollgruppe, die nicht meditiert hatte, blieb dagegen unverändert hoch.

Entgegen der langläufigen Ansicht, Meditation sei nur für Menschen mit stabiler Psyche geeignet, konnte die Wissenschaft nachweisen, dass die Methode der achtsamen Innenschau sogar das Leiden schwer depressiver Menschen verringern kann. Schon im Jahr 1990 veröffentlichte die Psychologin Marsha Linehan eine Reihe von Studien, die zeigte, dass eine Therapie mit der zen-buddhistischen Achtsamkeitsmethode namens Selbstakzeptanz (radical acceptance) das Risiko der stationären Einweisung und auch die Anzahl der Selbstmordversuche bei suizidalen Patienten erheblich senken konnte.

Im Jahr 2000 führte eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Kanada, Wales und England namens Segal, Williams und Teasdale eine Studie durch, die aufzeigte, dass acht wöchentlich durchgeführte Achtsamkeitssitzungen die Rückfallquote bei Menschen, die dreimal oder öfter eine Depression hatten, zur Hälfte reduzieren konnte. Gemeinsam mit Kabat-Zinn veröffentlichten sie das Buch “Der achtsame Weg durch die Depression”.

Im Jahr 2012 wurden die wissenschaftlichen Experimente Richard Davidsons in dem hochgeachteten Dokumentarfilm „Free the Mind“ beschrieben. Davidson ließ eine Gruppe von hochtraumatisierten Kriegsveteranen, die in Afghanistan und im Irak gekämpft hatten, ein siebentägiges Achtsamkeitstraining machen. Nach dem Training zeigte sich, dass sich die Befindlichkeit der Veteranen um 40-7o Prozent gebessert hatte.

Das Interesse von Psychotherapeuten an der Achtsamkeitsmeditation sei, so Kabat-Zinn, zunächst herantastend “nun in eine wahre Ekstase” verwandelt. Mittlerweile gibt es über 2000 wissenschaftliche Arbeiten zu den Themen Meditation und Achtsamkeit, jedes Jahr kommen etwa 200 bis 250 dazu.

Veränderung der Hirnstruktur und Zunahme der Hirnsubstanz

In der neurologischen Forschung wird seit einigen Jahren mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) untersucht, wie sich Zustände der Meditation im Gehirn des Menschen widerspiegeln. Die neue Erkenntnis heißt „Neuroplastizität“. Das Wort bezeichnet die Fähigkeit des Gehirns, sich selbst durch mentales Training in seiner Masse und Struktur zu verändern.

Star der Szene ist neben Richard Davidson Sara Lazar, Psychologin an der Harvard Medical School. Sie konnten aufzeigen, dass Meditation nicht nur die Hirnstruktur verändert, sondern die Dicke der Hirnareale vergrößert, die mit kognitiven Prozessen und der Verarbeitung von Gefühlen zu tun haben. So kann die MRT-Methode etwa eine Vergrößerung des Inselkortex und des somatosensorischen Cortex nachweisen. Beide Hirnregionen repräsentieren die Fähigkeit, seinen Körper innerlich wahrzunehmen und zu fühlen.

Auch Jörg bestätigt, wie diese Fähigkeit in der Meditation trainiert wird: „Ich spüre, wenn der Stress aufkommt, und kann jetzt sofort entgegensteuern und das erfordert gar keine große Anstrengung.“

Davidson beschreibt in seinen Untersuchungen, dass Meditierende eine größere Aktivität im linken Frontalkortex – einem Teil der Großhirnrinde links hinter der Stirn – aufweisen, was, wie er in etlichen vorherigen Versuchen zeigte, ein Signal für eine gute Grundstimmung, einen “positiven Gefühlsstil” ist. Bei Menschen mit Tendenzen zur Depression und zum Unglücklichsein hingegen dominiert der rechte Frontalkortex. Menschen, die eine stärkere Hirnaktivität im linken Frontalkortex aufweisen, können offensichtlich negative emotionale Erlebnisse schneller verarbeiten, was sich etwa beim Betrachten von Katastrophenfotos zeigt. Davidson konnte nachweisen, dass sich bei sämtlichen Versuchspersonen nach einem achtwöchigen Meditationstraining die Aktivität im Stirnhirn von rechts nach links verlagerte, was sich danach auch in ihrer emotionalen Grundstimmung bemerkbar machte. Die Ängste der Probanten nahmen insgesamt ab und Gefühle des Glücks, der Lebensfreude, der Heiterkeit nahmen zu. Seitdem ist Davidson der Überzeugung, dass die Praxis von Meditation und Achtsamkeit den Menschen, der sie praktiziert, glücklicher macht: “Glück ist eine Fertigkeit, die sich lernen lässt wie eine Sportart oder ein Musikinstrument. – Wer übt, wird immer besser.”

Diese Freude sieht man Jörg förmlich an, wenn er sagt: „Wenn ich abends ins Bett gehe, bin ich zufrieden und glücklich und kann einschlafen, schlafe durch , wache morgens auf und freue mich auf den Tag. Das hatte ich viele Jahre nicht gehabt. Fast über zwei Jahrzehnte.“

Das einzige, was es benötigt, um dieses innere Glück in sich zu spüren, ist offenbar die regelmäßige Praxis, sagt Jörg: „Diese innere Gelassenheit, die hab ich mir erarbeitet. Das ist Arbeit, bis man dahin kommt. Aber irgendwann wird es automatisch. Da ist sie in einem drin. Aber es geht nicht von heute auf morgen. Zeit musste ich investieren und aus dem Alltäglichen mal rausgehen. Aber ich musste nicht nach Indien oder in ein Kloster gehen. Es funktioniert auch während des alltäglichen Lebens.“

Auch an deutschen Universitäten werden seit einiger Zeit Untersuchungen durchgeführt, die die Wirksamkeit der Meditation bestätigen. Vorreiter ist hier die Universität Gießen. Der Psychologe Ulrich Ott wies ebenso wie Lazar nach, dass Meditation zu einer regionale Akkumulation von grauer Hirnsubstanz führt und erklärt, dass durch die Meditationspraxis besonders die Regionen des Gehirns gestärkt werden, die für das Erleben und die Verarbeitung von Emotionen verantwortlich sind. Meditierende haben demnach ein stärkeres Einfühlungsvermögen und können ihre negativen Emotionen wie Angst, Ärger, Hass und Trauer besser kontrollieren. Auch Ott behauptet, Meditation führe zu einem verstärkten Selbstvertrauen und einem besseren “Körpergefühl”, “ein zentrales Element des eigenen Selbstbewusstseins und ein wichtiger Bezugspunkt unserer Ich-Identität.”

Das gesteigerte Körpergefühl und die bessere Introspektion befähigt den Menschen offenbar zu einer besonderen Kompetenz: der emotionalen Intelligenz – ein Begriff, den der amerikanische Psychologe Daniel Goleman geschaffen hat. Sie bezeichnet die Fähigkeit zur Empathie, und damit zur Kompetenz der Konfliktlösung und Kommunikation.

Auch Jörg bezeichnet sich selbst heute als wesentlich positiver, was das soziale Leben betrifft: „Selbst der negativste Mensch in tiefer Depression wird die Wirkung spüren, wenn er mit diesen Dingen anfängt. Und das ziemlich schnell. Das kann ich garantieren. Besonders wenn er dann noch Techniken beherrscht, die das Leben leichter machen, nämlich fröhlich, achtsamer und bewusster durch die Welt zu gehen. Seine Mitmenschen freundlich anzulächeln und wirklich Gutes zu tun und nicht nur zu nehmen. Dann wird man auch merken, dass die Umwelt ganz anders reagiert. Und das ist ein wunderbares Gefühl. Denn dann merkt man: Das Leben ist schön und die Menschen sind in den allermeisten Fällen nett und freundlich. Und wenn man dann noch aufhört fernzusehen und ständig Nachrichtensendungen zu schauen, dann merkt man plötzlich: So viele Verbrecher gibt es anscheinend doch nicht. Die letzten 100 Leute, die ich neu kennengelernt habe, waren wunderbar freundliche Menschen.“

Gelassenheit in Schreck- und Stresssituationen

Der renommierte Psychologe und Hirnforscher Paul Ekman konnte belegen, dass Meditierende auch in Schrecksituationen gelassener reagierten. Er untersuchte den sogenannten Startle-Reflex (engl. to startle = erschrecken) im Gesicht von Meditationsexperten. Normalerweise ziehen sich direkt nach einem Schreckmoment, etwa einem lauten Knall, fünf Gesichtsmuskeln zusammen, um sich gleich danach wieder zu entspannen. Besonders stark ausgeprägt ist der Startle-Reflex bei Menschen, die oft negative Gefühle empfinden, etwa Angst, Zorn, Trauer oder Ekel. Als Ekman jedoch einen buddhistischen Lama, der täglich Meditation praktiziert, einem solchen Schreckmoment aussetzte, zeigte sich in dessen Gesicht kaum eine Reaktion. Ekman folgerte daraus, dass Meditation es offenbar Menschen möglich mache, selbst automatisierte Reaktionen des Gehirns allein durch die Kraft des Willens unter vollständige Kontrolle zu bringen. Menschen, die Achtsamkeit und Meditation praktizieren, sind offenbar in Stresssituationen wesentlich unangreifbarer bzw. verfügen über größere innere Puffer, die äußere Stressfaktoren anscheinend ganz von selbst wie auffangen und auflösen können. Durch die geübte Introspektion lernt der Mensch, die Warnsignale des Körpers frühzeitig wahrzunehmen und dadurch Stressaktionen und gesundheitliche Risiken zu minimieren. Durch die Verlangsamung und bewusste Steuerung der Atmung wird der Rhythmus von Atem, Herz und Blutdruck in eine Kohärenz geführt, was zu einer besseren Regulationsfähigkeit des Herzens in Stresssituationen führt.

Jörg drückt das so aus: „ Wie würdest du Dich fühlen wenn das Haus während des Urlaubs abbrennt und alles was man sich erarbeitet hat, aufgehoben oder gesammelt hat, wäre unwiderbringlich verloren. Gleichzeitig das Bankkonto leer und das Ersparte verschwunden – alles weg.

Diese Frage habe ich meinen Freunden gestellt. Für viele wäre das der Weltuntergang. Das wäre früher auch meine Antwort gewesen. Das ist sie heute aber nicht mehr. Meine Antwort ist heute: Das ist eine Chance für einen Neubeginn und es ist auch nicht wirklich lebensbedrohlich. Denn man kann auch ohne „Dinge“ und „Sachen“ sehr glücklich sein.

Glück entsteht von innen heraus. Dann, wenn man mit sich im Reinen ist und sich selbst erkannt hat. Und sich selbst wieder fühlen kann. Das geht mir heute so. Angstfrei und postitiv der Zukunft gegenüber eingestellt zu sein, ist sehr, sehr angenehm.“

Stärkung der Gehirnleistung

Meditation steigert offenbar nicht nur die emotionale Intelligenz, sondern auch die kognitive. Und dies bereits nach relativ kurzer Trainingszeit, wie Forscher der University of Carolina herausfanden. Sie ließen ihre Probanten nur vier Tage lang zwanzig Minuten meditieren, während in dieser Zeit eine Kontrollgruppe “Der kleine Hobbit” als Hörbuch vorgesetzt bekam. Nach und vor dem Programm maßen die Forscher die visuelle Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und die Gedächtnisleistung. Bei der Meditationsgruppe war eine deutliche Verbesserung geistiger Funktionen zu erkennen. In allen Tests erzielten sie durchgängig bessere Ergebnisse als die Kontrollgruppe, in den anspruchsvollsten Tests schnitten sie sogar zehnmal besser ab, etwa wenn sie sich für längere Zeit an etwas erinnern sollten, während sie sich dabei auf etwas anderes konzentrieren mussten.

Zu ähnlichen Ergebnissen gelangte eine Studie, die mit einer Gruppe von Meditierenden und einer Kontrollgruppe eine so genannten attentional blink test durchführte.

Meditierende können sich offenbar besser auf eine ihnen vorgelegte Aufgabe oder Situation konzentrieren und sind sowohl im Alltagsleben als auch im Berufsleben achtsamer und aufmerksamer, wie Judson A. Brewer Finder Yale University sagt: “Die Meditations-Erfahrenen haben offenbar einen neuen Normalzustand entwickelt, in dem es mehr gegenwartsbezogene Aufmerksamkeit und weniger selbstbezogene, abschweifende Gedanken gibt.” Dies liegt nach Ansicht der Forscher um Brewer daran, dass die Gehirnbereiche regelmäßig meditierender Menschen stärker miteinander verknüpft seien. Das zentrale Netzwerk von Gehirnzellen, der so genannte Default-Modus, sei bei häufig Meditierenden anders als der Normalzustand und sei durch Meditation positiv veränderbar.

Außerdem führt die Meditation zu einer deutlich verbesserten Isolierung der Nervenzellfortsätze, genannt Axone, was zu einer schnelleren Durchleitung von neuronalen Signalen führt. Dies zeigen Untersuchungen der Universität der Texas Tech University in Lubbock, die diese Untersuchungen im Vergleich mit herkömmlichen reinen Entspannungsübungen durchführten und aufzeigen konnten, dass die Meditation in der Wirkung auf die Kognitionsleistung offenbar deutlich effektiver wirkt als reine Entspannungsmethoden wie etwa autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung.

Dass Meditation wesentlich mehr ist als eine Entspannungsübung, beschreibt auch Jörg K.: „Es ist ein sehr intensiver Zustand, ein sehr konzentrierter Zustand auf eine Sache. Es funktioniert am besten, wenn man versucht, die Konzentration auf den Atem zu richten.“

Jörg hat natürlich auch in anderen Bereichen seines Lebens viel verändert. Er arbeitet nun freier und selbstbestimmter und verdient weniger Geld. Aber das ist ihm das Glück, das er jetzt genießt, Wert: „Nicht mehr den Verdienst zu haben, den ich früher hatte, das macht mir keine Angst mehr. Das hätte mich früher in den Wahnsinn getrieben. Heute bin ich lockerer. Ich weiß nun, dass ich mit mir selbst zufrieden sein kann.“

Für Jörg sind Meditation und Yoga die Entdeckungen seines Lebens: „Ich möchte den Rest meines mit diesen Techniken weiterarbeiten. Es ist nicht so, dass ich mich dazu zwingen muss. Jede Yogastunde, jede Meditation macht mir Freude.“ Das Wichtigste aber sei, dass man es regelmäßig praktiziert und in seinen Tagesablauf integriert. Sagt er, verabschiedet sich, lacht, strahlt und geht. Wohin? Zur Yogastunde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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