Die zwei Ströme des Lebens

Die zwei Ströme des Lebens

Im ersten Yoga-Lehrbuch der Weltgeschichte, den Yoga-Sutras, spricht Autor Patanjali von zwei grundlegenden Strömen des Lebens, zwei Grundenergien. Jeder Mensch befindet sich entweder im einen oder im anderen Strom. Der eine Strom ist der Strom der materiellen Welt, der Strom des Überlebenskampfes, der Existenzsicherung, des biologischen Stress-Programms. In diesem Strom befindet sich der Mensch automatisch, quasi zwanghaft. Allerdings bleiben wir, wenn wir uns in diesem Strom aufhalten, laut Patanjali automatisch im Zustand der Unfreiheit und des mentalen Leidens. Der zweite Strom des Lebens nennt Patanjali den Strom des inneren Menschen (purusha). Es ist der Strom der Liebe, des Mitgefühls, der Freundlichkeit, der Dankbarkeit, der Achtsamkeit und der Wertschätzung. In diesem Strom befinden wir uns im Zustand der Meditation, aber auch im Zustand des achtsamen Umgangs miteinander. Sich bewusst aus dem Strom der materiellen Welt heraus und in den Strom des inneren Menschen hinein zu bewegen, nennt Patanjali Yoga. Und das Ergebnis ist kaivalya – die Befreiung des Geistes.

Meditation: Setz dich auf dein Kissen oder einen Stuhl und schaff dir für 10 Minuten Ruhe. Stell dir vor deine Stresssituation, das Leben im Überlebenskampf ist ein Strom, in dem du schwimmst. Steige langsam, aber selbstgewiss aus diesem Strom aus, klettere ans Ufer und geh an Land. Ein Paar Meter weiter fließt ein weiterer Strom –  der Strom deiner Freundlichkeit, deiner inneren Ruhe, deiner Gelassenheit. Hier steigst du langsam hinein und lässt dich treiben. Fühlst du, wie dein ganzer Körper beginnt zu lächeln, wie sich dein ganzes inneres System beruhigt, wie dein Geist zur Ruhe kommt und du plötzlich wieder ganz du selbst bist?

Mach diese Meditation einmal täglich. Viele Freude und gute Erholung!

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